1. Was für ein Stoma bekomme ich

Um sich auf sein Stoma vorzubereiten sollte man zuerst einmal wissen, was für eine Anlage vorgesehen ist.

2. Muster bei den Herstellern anfordern & Probekleben

Alle Hersteller bieten kostenlose Muster an.
Es gibt eine Menge Auswahl, die unerfahrene Betroffene schnell überfordern kann. Zum Testen empfehlen wir eine einteilige (Ileo) Versorgung zum Ausstreifen.
Hat man sie in der Hand, bekommt man schon einmal ein Gefühl für Material und Handhabung.
Wir raten einen Beutel „Probekleben“ um zu testen an welcher Position er am besten sitzt, dabei einen halben Liter Wasser (oder Kakao) in den Beutel füllen und die Lieblingsklamotten anziehen. Wer Hochgeschnittene Hosen hat, sollte ihn dann unterhalb der Gürtellinie kleben, bei Hüfthosen eher darüber.  Mit dem Beutel am Bauch sollte man ruhig einige Zeit verbringen um zu testen, ob er in Alltagssituationen wirklich nicht stört. Außerdem erfährt man so recht schnell, ob man auf das Beutelmaterial allergisch reagiert (Hautrötungen, Juckreiz) und kann sich dann um eine andere Versorgung kümmern.
In der Regel kommt ein Kolostoma auf die linke Bauchseite, ein Ileostoma auf die rechte. Ist die persönliche perfekte Stelle gefunden sollte man sich diese merken, am besten per Photo um sie später im KH bei der endgültigen Markierung leichter wiederzufinden.

3. Treffen mit Stomaträgern

Es gibt sicher viele Fragen, die man einem Arzt nicht stellen möchte oder die dieser nicht wirklich beantworten kann. Bedenkt das ein Arzt oft kein Stoma trägt und nur das weiss, was er gelernt hat. Vom täglichen Umgang damit und der Pflege von einem Stoma ist er weit entfernt.

Was darf ich Essen …… Was darf ich Trinken ….. Wie ist das mit Sport … Mit Sex … Mit dem Kinderkriegen ……

So empfehlen wir sich mit Stomaträgern zu treffen, die locker und entspannt von ihren Erfahrungen erzählen möchten.

 

im Krankenhaus

Markierung der Stomaposition

Es gibt einige wichtige punkte, die bei der Markierung der Position zu beachten sind.

  • man muss das Stoma eigenständig versorgen können, dazu sollte es gut einsehbar sein (Übergewicht)
  • es darf nicht in Hautfalten oder auf Gürtelhöhe liegen (Lieblingsjeans anziehen), weder im Sitzen, Liegen, Stehen oder Bücken (beondere Haltungen berücksichtigen)
  • um Komplikationen (wie zum Beispiel eine Bauchdecken Hernie oder ein Darm-Prolaps, dass sich das Stoma unter Hautniveau zurückzieht) zu vermieden, sollte das Stoma innerhalb des Bauchmuskels angelegt werden, weil es dort am besten fixiert ist

Mit Hilfe des/der Stomatherapeut(in) der Klinik, sollte man alle Punkte durchgehen und seine persönliche Lieblingsstelle finden, denn oft ist es eine Entscheidung für’s restliche Leben. Ist die perfekte Stelle gefunden, sollte man diese auf dem Bauch markieren, damit der Chirurg weiss wo das Stoma hin soll. Wer es verträgt mit einem Edding Marker, sonst Kuli oder ein eindeutiges Pflaster aufkleben. In der Regel kommt ein Kolostoma auf die linke Bauchseite, ein Ileostoma auf die rechte. Idealerweise werden präoperativ immer 2-3 mögliche Positionen markiert, um Alternativen für eine gute Stomaposition zu bieten.

WICHTIG: Macht Eurem Operateur persönlich klar wo der Beutel hin soll. Diese Information geht in der Hektik des Klinikalltags schnell verloren.

Zu diesem Thema gibt es auch ein Buch „Richtig positioniert“

die OP

Eine komplikationslose StomaAnlage dauert in der Regel 5-7 Stunden und wird laproskopisch (Schlüssellochtechnik) durchgeführt, so werden große Bauchschnitte vermieden, die lange Heilung brauchen und man kann oft schon nach 10-14 Tagen wieder heim bzw. auf REHA

Bei der Stoma-Operation wird der Darm vom umliegenden Gewebe gelöst und eventuell geschädigte Teilstücke entfernt. Durch ein ca.3-5cm großes Loch in der Bauchdecke wird dann das eine Ende (bei doppelläufigen Stomata: beide Enden) gezogen, umgestülpt und an der Bauchdecke festgenäht. Das andere, im Körper verbleibende Ende wird verschlossen (Hartmannstumpf)

nach der OP

Oft verbringt man nach der Operation 1-3 Tage zur Überwachung auf der Intensivstation. Hier werden die Schmerzmittel langsam reduziert, der Patient vorsichtig mobilisiert und so für die normale Station vorbereitet.
Das Stoma wird zunächst von dem/der Stomatherapeut(in) versorgt, mit Material, das vom Krankenhaus gestellt wird. Auch für Fragen, Ängste und Sorgen sollte dieser ein offenes Ohr haben. Nach und nach sollte man lernen sein Stoma eigenständig zu versorgen. Anfangs ist der Geruch kaum auszuhalten, was sich aber schnell bessert, wenn man wieder normale Nahrung zu sich nimmt. Auch die Zeit, die das Versorgen in Anspruch nimmt wird schnell reduziert, wenn die erste Routine da ist.