1. Menschen mit chronischen Schmerzen erscheinen unzuverlässig (wir können nicht mal auf uns selbst zählen). Wenn es uns gut geht, versprechen wir Dinge (und meinen es auch so); wenn die Schmerzen unerträglich sind, tauchen wir vielleicht nicht einmal auf.
2. Eine Aktion oder Situation kann einige Stunden später, oder sogar erst am nächsten Tag, Schmerzen zur Folge haben. Verzögerter Schmerz ist verwirrend für Menschen, die ihn nie erlebt haben.
3. Schmerz kann hören und andere kommunikative Fähigkeiten hemmen. Es ist so als wenn dich jemand anschreit oder versucht mit dir zu reden während in dem Raum ein Feueralarm eingeschaltet ist. Diese Beeinflussung von Schmerz auf den Verstand kann wirken wie ein Aufmerksamkeitsdefizitstörung. Also kann es sein, dass du für eine Person mit chronischen Schmerzen eine Frage wiederholen oder Dinge für eine aufschreiben musst. Nimm dies nicht persönlich oder halte sie für dumm.
4. Die Sinne können während Schmerzen überladen. Zum Beispiel Geräusche, die dich normaler weise nicht stören, erscheinen zu viel.
5. Unsere Geduld mag kurz erscheinen. Wir können nicht ewig lange in der Leitung warten; können nicht während einer langwierigen Unterhaltung warten.
6. Frag nicht immer „wie geht es dir“ wenn du nicht ernsthaft darauf vorbereitet bist, es dir anzuhören, es zeigt nur Aufmerksamkeit nach innen.
7. Schmerz kann manchmal psychologische Behinderungen auslösen (normaler weise sehr kurzzeitig). Unter Schmerzen können selbst kleine Aufgaben, wie Wäsche aufhängen, einem wie eine riesige Wand erscheinen, über die man klettern soll. Eine Stunde später kann die selbe Tätigkeit total in Ordnung sein. Es ist normal gelegentlich depressiv zu sein wenn du Schmerzen hast.
8. Schmerzen können ganz plötzlich und unerwartet auftreten. Manchmal klingen Schmerzen nach einer kleinen Pause ab. Anderen erscheint es so, als ob chronische Schmerzpatienten unerwartet kräftiger und schwächer werden.
9. Zu wissen, wo ein Ruheplatz ist, wie ein Sofa, ein Bett oder ein gemütlicher Stuhl, ist genauso wichtig, wie zu wissen, wo ein Badezimmer ist. Ein Besuch ist viel amüsanter und genießbarer, wenn der chronische Schmerzpatient weiß, wo so ein Ruheplatz ist, wenn er ihn braucht. Ein Mensch mit chronischen Schmerzen wird nicht da hin gehen wollen, wo kein Ruheplatz vorhanden ist (z. B. kein Platz zum Sitzen oder Hinlegen).
10. Kleine Zeichen der Höflichkeit können für jemanden mit Schmerzen wie große Zeichen der Gnade / Schonung sein. Wenn du ein Kissen oder eine Tasse Tee anbietest kann das für eine Person, die sich grade hilflos vorkommt im Angesicht von sich unkontrolliert ausbreitenden Schmerzen.
11. Nicht jeder Schmerz ist leicht zu lokalisieren und zu beschreiben. Manchmal ist da ein Körper weites Gefühl von Unbehagen mit schwer zu beschreibenden Schmerzen im gesamten Rücken, oder beiden Beinen, aber nicht an einem bestimmten Punkt den du zeigen könntest. Unser Vokabular für Schmerz ist sehr gering, verglichen mit der Möglichkeit des Körpers Variationen von Unwohlsein fühlen zu können.
12. Wir mögen keinen guten „Grund“ haben für den Schmerz. Medizinische Forschung ist noch immer begrenzt in seinem Verständnis für Schmerz. Manche Leute haben Schmerzen, die noch nicht von Ärzten als offiziell anerkannte „Krankheit“ festgelegt wurden. Das reduziert die Schmerzen aber nicht, – es reduziert nur unsere Möglichkeit ihm einen Namen zu geben, und euch dazu zu bringen uns zu glauben.


Autor Unbekannt